Neubau Verfügungsgebäude Bau 319

Neubau eines 6-geschossigen Forschungsgebäudes des Karlsruher Institut für Technologie  mit Laborräumen für Biologie und Chemie

Projektdaten

Auftraggeber / Bauherr Karlsruher Institut für Technologie
Architekt Heinle, Wischer Gesellschaft für Generalplanung GmbH
Leistungszeit / Bauzeit 03/2014 - 08/2018
Leistungsphasen LP2 - LP7
Auftragsvolumen 4,6 Mio. €
Projektbeschreibung

Neubau eines 6-geschossigen Forschungsgebäudes (22m Höhe) mit Laborräumen für Biologie und Chemie. Als Verfügungsgebäude stellt das Gebäude flexibel Laborräume für diverse Anforderungen zur Verfügung. Im UG des Gebäudes befindet sich neben den Technikräumen eine Fischzuchtanlage. Auf dem Dach befindet sich die Lüftungszentrale als Staffelgeschoss.

Die Versorgung des Gebäudes mit Trinkwasser, VE-Wasser und Druckluft (6bar) erfolgt aus dem zentralen Versorgungsnetz auf dem Campus. In den Technikräumen befinden sich eine Laborwassererzeugung und eine 10bar Drucklufterzeugung. Außerhalb des Gebäudes ist ein Gasflaschenlager installiert, aus welchem das Gebäude mit Stickstoff und Kohlendioxid erschlossen wird. Alle Laborgeschosse werden mit Trinkwasser, Laborwasser, VE-Wasser, Druckluft, Stickstoff und Kohlendioxid versorgt.

Im Bereich der Fischzucht befinden sich Tanks zur Aufbereitung des Fischwassers (Aquarienwasser). Diese Tanks werden mit Trinkwasser und VE-Wasser gespeist.

In der Technikzentrale befindet sich zudem eine Druckerhöhungsanlage für VE-Wasser, die den Vordruck für die adiabatische Luftbefeuchtung in den Zentrallüftungsgeräten sichergestellt.

Es sind drei Abwassersysteme vorhanden:

-Fäkalienhaltiges Schmutzwasser

-Schmutzwasser Fischhaltung

-Laborabwasser (Chemieabwasser)

Das Chemieabwasser wird einer Chemieabwasserhebeanlagenstation in unmittelbarer Nähe des Gebäudes im Freispiegel zugeführt. Über die Hebeanlage wird das Chemiewasser in das zentrale Chemieabwasserentsorgungsnetz gepumpt.

 

Die Versorgung des Neubaus mit Wärme erfolgt über das vorhandene Fernwärmenetz. Mittels einer Übergabestation und eines Verteilers werden die einzelnen Verbraucherkreise mit Wäre beaufschlagt. Dazu gehören statische Heizflächen, Heizsegel, die im Sommer zum Kühlen genutzt werden, sowie die Zentrallüftungsgeräte.

Gemäß der Laborstättenrichtlinie wird für die Laborräume eine Luftmenge von 25 m³/hm² angesetzt. Die Zentralanlage ist auf 2 eigenständige Anlagen mit jeweils 50% des Gesamtvolumenstrom aufgeteilt, so dass im Wartungs- oder Störfall eine Teilverfügbarkeit besteht und die sicherheitsrelevante Luftmenge für die Absaugung von chemisch belasteter Luft in Digestorien auch im Havariefall einer Anlage bereitgestellt werden kann. Die belastete Abluft der Digestorien wird über ein separates Kanalnetz, mit über Notstrom versorgten, redundanten Ventilatoren über Dach abgeführt.

Im Bereich der Fischzucht sind separate Umluftlüftungsgeräte installiert, die die Feuchtelasten der Aquarien Luft kompensieren, so dass keine Schäden am Bauwerk entstehen können. Die Zentrallüftungsgeräte sind mit einer Wärmerückgewinnung als Kreislaufverbundsystem ausgestattet, die im Sommerfall über eine adiabatische Befeuchtung der Abluft einen Teil der Kühllast aus der warmen Außenluft abführt, was dem Bedarf an Kühlenergie verringert und zu Stromkostenersparnis führt.

Um die ganzjährige Kälteversorgung zu gewährleisten, sind 2 Kälteerzeuger mit jeweils 50% der Gesamtleistung vorgesehen. Die Kälte wird für die Nachkonditionierung der Außenluft in den Zentrallüftungsgeräten, für die Versorgung von Umluftkühlgeräten zur Abführung von Wärmelasten in den Laborräumen, für die Versorgung von Kühldecken in Bürobereichen sowie für die Kühlung von Technischen Geräten in den Laborräumen, die über ein hydraulisch separates Rohrnetz versorgt werden, benötigt.

Die Versorgung mit elektrischer Energie in Höhe von ca. 800 KVA erfolgt von einer vorhandenen Trafostation auf dem Campus. Die Energieverteilung erfolgt im Untergeschoss über eine zentrale NSHV mit Überwachung der Spannungsqualität und etagenweise über bereichsbezogene Unterverteilungen.

Die Beleuchtung wird über KNX-Dali-Bus gesteuert. Für die Sicherheitsbeleuchtung werden Leuchten der Allgemeinbeleuchtung genutzt.

Das Gebäude wird mit einer flächendeckenden Brandmeldeanlage mit ca. 400 Meldepunkten ausgestattet.

Der Zutritt zum Gebäude wird schlüssellos über ein Zutrittskontrollsystem verwaltet.

 

Wesentliche Parameter zum Bauvorhaben:

  • Planungszeitraum LP 2-4: 03/2014 - 03/2016, Planungszeitraum LP 5-7: 02/2017 - 08/2018, Bauzeit: 09/2018 - 07/2020, Nutzungsbeginn: 08/2020
  • Bearbeitete Leistungsphasen HOAI: 2-8
  • Honorarzone: II und III
  • BRI m³: 26.253, HNF m²: 3.000, BGF m²: 5.786
  • Geplante Gewerke: Sanitär, Heizung, Lüftung, Kälte, Starkstrom, Schwachstrom, Medien, Feuerlöschtechnik, Gebäudeautomation
  • Gesamtbaukosten (KG 200 – KG 600): 14,4 Mio. € (netto)
  • TGA-Gesamtkosten (KG 400): 4,63 Mio. € (netto)

 

 

KG 410:

KG 430:

KG 450:

KG 480:

439.000

2.144.000

246.000

441.000

KG 420:

KG 440:

KG 470:

 

298.000

889.000

173.000